Einige Thesen

Aus Lie­be und rech­tem Fleiß, die Wahr­heit an den Tag zu brin­gen, wird unter dem Vor­sitz des frei­en Künst­lers Alex Burk­hard, der skan­di­na­vi­schen Stu­di­en Magis­ter, zu Mün­chen über fol­gen­de Sät­ze dis­pu­tiert wer­den. Dar­um bit­tet er, daß die­je­ni­gen, so gegen­wär­tig sol­ches nicht abwe­send durch Schrift tun kön­nen, sich mit uns davon nun unter­re­den mögen. Im Namen unse­res Her-zens. (Ori­gi­nal­the­sen Luthers in Klam­mern)

1
Da unser Herz spricht: Fühlt Lie­be etc., will es, dass das gan­ze Leben sei­ner Besit­zer auf Erden ste­te Lie­be sei. (1)

2
Und kann noch mag das Wort Lie­be nicht vom Kon­strukt der Lie­be, das ist, von Kon­sum und media­len Bil­dern, so durch der Wer­be­frit­zen Amt geübet wird, ver­stan­den wer­den. (2)

3
Der Kon­sum kann nur Unglück lin­dern, das er selbst her­vor­ge­bracht hat. (4)

4
Denn die Pro­dukt­gna­de bezieht sich allein auf das Ver­lan­gen, wel­ches vom Kapi­ta­lis­mus ange­ord­net wor­den ist. (34)

5
Daher irren die Wer­be­frit­zen, die da sagen, daß durch der Pro­duk­te Kauf der Mensch von allem Unglück los und selig wer­de. (21)

6
Die pre­di­gen Men­schen­tand, die da vor­ge­ben, sobald der Gro­schen in der Kas­se klin­ge, füh­ren die Ängs­te von Stund an aus dem nächt­li­chen Den­ken. (27)

7
Vor denen soll man sich sehr wohl hüten und vor­se­hen, die da sagen, der Pro­duk­te Kauf sei das höchs­te und wer­tes­te Geschenk, dadurch der Mensch mit sich selbst ver­söhnt wird. (33)
8
Ja, die Pro­duk­te erlas­sen den See­len in nächt­li­chen Ängs­ten kein Unglück, das sie laut des Gewis­sens mit Lie­be hät­ten behan­deln müs­sen. (22)

9
Jedoch will er nicht ver­stan­den haben die Lie­be als Abwe­sen­heit von Trau­rig­keit oder Feh­lern; ja Trau­er und Feh­ler gehö­ren zum Leben. (3)

10
Der Umgang mit ihnen ist das Ent­schei­den­de.

11
Ein jeder Mensch, der wah­re Reue und Leid hat über sei­ne Feh­ler, der hat völ­li­ge Ver­ge­bung von Stra­fe und Schuld, die ihm auch ohne das neu­es­te iPho­ne gehört. (36)

12
Man soll die Men­schen leh­ren, ein neu­es iPho­ne sei kein Ersatz für die Lie­be.

13
Item ein Fuß­ball­tri­kot.

14
Item ein Sport­wa­gen.

15
Item eine Vil­la.

16
Hier unter­bre­chen wir die Neu­in­ter­pre­ta­ti­on der The­sen unse­res mit­tel­al­ter­li­chen Vor­red­ners für den Block mit der Kern­aus­sa­ge.

17
Die­se sei: Wirk­li­che Frei­heit ent­steht dadurch, dass man zu jedem Zeit­punkt eine Refor­ma­ti­on der eige­nen Gedan­ken zulässt.

18
Da braucht der freie Künst­ler Alex Burk­hard, der skan­di­na­vi­schen Stu­di­en Magis­ter, auch gar kei­ne 95 The­sen für.

19
Er hat eh nur 7 Minu­ten Zeit.

20
Der Punkt soll­te auch so rela­tiv deut­lich raus­kom­men.

21
Durch Neu­den­ken ent­steht Frei­heit, geis­ti­ge und in der Fol­ge auch welt­li­che.

22
Der Mensch muss kon­su­mie­ren, doch soll ein jeder und eine jede sein und ihr Kon­sum­ver­hal­ten kri­tisch hin­ter­fra­gen und einem Umden­ken gegen­über auf­ge­schlos­sen sein.

23
Dass oben auch die weib­li­che Form berück­sich­tigt wur­de, hat den Grund, dass wir nicht mehr im Jah­re 1517 leben.

24
Zeigt aber auch, dass die Refor­ma­ti­on der Gedan­ken bei die­sem The­ma noch nicht abge­schlos­sen ist, da nicht jeder Mensch die weib­li­che Form auto­ma­tisch mit­den­ken wür­de.

25
Des­halb ist es wich­tig, sie durch Spra­che in die Köp­fe zu bekom­men.

26
Auch wenn euch das Gen­dern nervt.

27
Das sind Fein­de des Her­zens und des Gewis­sens, die sich Neue­run­gen und Refor­ma­tio­nen ver­schlie­ßen. (53)

28
Und Fein­din­nen!

29
Man soll die Men­schen leh­ren, dass es in allen Berei­chen des Lebens nicht nur den bekann­ten Weg gibt, Din­ge zu den­ken und zu tun.

30
Das gilt dann eben auch für das Kon­sum­ver­hal­ten.

31
Man soll die Men­schen leh­ren, daß der, so sei­nen Nächs­ten dar­ben sieht und des­sen unge­ach­tet über­mä­ßig kon­su­miert, der ladet (lädt?) auf sich sei­nes Gewis­sens Ungna­de. (45)

32
Man soll die Men­schen leh­ren, es sei mit nich­ten des Gewis­sens Mei­nung, daß Bio-Kau­fen mit einem Wer­ke der Barm­her­zig­keit irgend­wie zu ver­glei­chen sei. (42)

33
Man soll die Men­schen leh­ren, daß das Gewis­sen, wenn es wüß­te der Kapi­ta­lis­ten Schin­de­rei, woll­te es lie­ber, dass das neue Sta­di­on zu Pul­ver ver­brannt wür­de, denn daß es mit Haut, Fleisch und Bein sei­ner Mit­men­schen erbaut wer­de. (50)

34
Denn durch das Werk der Lie­be wächst die Lie­be und der Mensch wird bes­ser; durch den Kon­sum aber wird er nicht bes­ser, son­dern nur siche­rer und frei­er von Gewis­sens­bis­sen. (44)

35
Doch will der größ­te Teil unter den Leu­ten betro­gen wer­den durch die präch­ti­ge Ver­hei­ßung von dem gekauf­ten Glück. (24)

36
Vor­sich­tig­lich soll man jedoch von dem käuf­li­chen Pro­dukt pre­di­gen, damit der gemei­ne Mensch nicht fälsch­lich dafür hal­te, daß es den Wer­ken der Lie­be vor­ge­zo­gen oder bes­ser geach­tet wer­de. (41)

37
Es geschieht dem Wor­te des Her­zens unrecht, wenn man im Fern­se­hen eben so viel oder mehr Zeit auf­wen­det, das Kau­fen zu ver­kün­di­gen, als auf das Wort der Nächs­ten­lie­be. (54)

38
Wer aber wider des Kon­sum­pre­di­gers mut­wil­li­ge und fal­sche Wor­te Sor­ge trägt und sich beküm­mert, der – oder die – sei geschätzt. (72)

39
Denn der rech­te wah­re Schatz der Welt ist die aller­hei­ligs­te Lie­bes­fä­hig­keit der Men­schen. (62)

40
Sagen, die Macht des Kapi­ta­lis­mus ver­mö­ge so viel als die Macht des Her­zens, ist eine Selbst­täu­schung. (79)

41
Mögen daher alle Pro­phe­tin­nen und Pro­phe­ten hin­fah­ren, die da sagen zu der Men­schen­ge­mein­de: kauft Glück, kauft Glück! und ist doch kein Glück. (92)

42
Son­dern nur ein Auto.