Kostproben

Ich dachte, es wäre ganz gut, einige Texte von mir auf der Website zu haben, aber dann konnte ich mich nicht entscheiden, welche Texte gut genug sind, und deshalb habe ich einfach den ersten und den vorletzten (ich möchte ja die Pointe nicht verraten) Satz oder Vers jedes Einzeltextes aufgeschrieben, den ich jemals auf einer Bühne gelesen habe. Momentan sind das 140. Das sollte einen sehr repräsentativen Überblick über mein unglaublich kreatives Schaffen geben. Einige Titel können Sie sogar direkt anklicken, um zum entsprechenden Video oder Text zu gelangen. Viel Spaß!

Klein sein (08.17)
Manchmal fühle ich mich sehr klein.
Und dann verschlucke ich mich an meinem eigenen Speichel oder hau mir irgendwo den Zeh an und denke: »Ah, fuck, okay, es geht nur um mich, es geht nur darum, dass ich überlebe.«

Über Fotos (08.17)
Wenn die Industrie und die Medien sagen, dass es nur ums Aussehen geht, stimmt das nur zur Hälfte.
Sie können mir übrigens auf Instagram folgen

Nachtgedicht (08.17)
Wenn die Abendsonn im Häusermeer versinkt
Die Nacht packt meine Gedanken in Watte

Hinder (06.17)
»Und was machst du so den ganzen Tag?«
Als wir uns an der Ecke zur Leopoldstraße verabschieden, berühren sich die beiden Hund kurz mit der Schnauze.

Einige Thesen (03.17)
Aus Liebe und rechtem Fleiß, die Wahrheit an den Tag zu bringen, wird unter dem Vorsitz des freien Künstlers Alex Burkhard, der skandinavischen Studien Magister, zu Gladbeck über folgende Sätze disputiert werden.
Mögen daher alle Prophetinnen und Propheten hinfahren, die da sagen zu der Menschengemeinde: kauft Glück, kauft Glück! und ist doch kein Glück.

Ehemalige Stützen: Paul Heyse (01.17)
»Im Wald
Paul Johann Ludwig von Heyse, der es zu seinen Lebzeiten nicht mal nötig hatte, den ihm verliehenen Adelstitel zu führen.

My mammoth is your mammoth (12.16)
»Is ’ne schöne Wohnung«, sagt der Möbelpacker.
Das Schlimmste wäre ohnehin, dass dann alle sagen würden: »Hab ich doch gewusst, dass der über seine Verhältnisse gelebt hat«, und dann müsste ich in meinem Vollbart herumfahren, mit der Lesebühnenkasse durchbrennen und zu Julian ziehen, in die Wohnung mit der erhöhten Dusche und den vielen Polstermöbeln.

Der Tod in der Bar (12.16)
»Wie sind wir eigentlich auf dieses Thema gekommen?«, fragt Peter.
»Lasst mich in Ruhe mit dem Scheiß«, sagt er.

Zu emotional (12.16)
»Ich finde, du reagierst immer viel zu emotional«, sagt Pierre.
Scheinbar hast du versucht, dich vom Schwan zu verabschieden, und der hat dich ausgeknockt«, sagt Pierre.

Santa Lucia in Freiburg (12.16)
Ich stehe in einem Hotelzimmer in Freiburg und habe ein weißes Nachthemd an.
Als ich viel später mein Zimmer betrete, rufe ich Frau Heitmann an und kündige an, meinen Doktor doch noch machen zu wollen.

Der Autor als Einsiedler (12.16)
Manchmal würde ich gerne in den Wald ziehen, zu den Füchsen und Rehen.
Denn das ist ein kleines Weiler in Mittelthüringen.

Man kennt das ja (That’s not my beer) (12.16)
Als ich vor einigen Jahren in Stockholm war, lernte ich Doug kennen, einen Kalifornier, der gerade auch bei meinen Freunden Franzi und Eric zu Besuch war.
Wenn jedoch Cristiano Ronaldo mit vierhundert km/h angerauscht kommt, stoße selbst ich an meine Grenzen. Bisher habe ich es jedoch stets sehr konzentriert hinbekommen.

Ich weiß jetzt, dass ich nichts weiß (11.16)
Immer, wenn ich mich auf den Boden der Tatsachen holen will, mache ich bei einem Pubquiz mit.
Bei mir zu Hause wickeln mich Michi und seine neue Freundin in eine warme Decke, setzen Teewasser auf, das bei einhundert Grad kochen wird, und machen den Fernseher an.

Schlüsselmomente (11.16)
„Der Abfluss friert relativ schnell zu, da musst du aufpassen.“
Die einzige Möglichkeit, jemanden bei der Feuerwehr zu erreichen, scheint mir zu sein, 112 zu wählen.

Gegen die Unverbindlichkeit (10.16)
„Weißt du, ich bin wirklich verliebt in dich“, sagt sie.
Es gibt immer tausende andere.

Die Prinzessin und der Löwe (10.16)
„Süßes oder Saures“, sagt Pierre.
„Süßes und Saures“, sagt Pierre. „Danke.“

Benutz es! (09.16)
Etwas unangenehmes, das das Schreiben als Beruf mit sich bringt, ist, dass ich permanent auf der Suche bin.
„Aber die Liebesgeschichte“, fragt der Hausmeister, „wie geht die zu Ende?“

Was Georg wohl für Musik hört (09.16)
„Und, was habt ihr in den Ferien so gemacht?“, fragt Felix.
Volker schnappt sich ein Holzbrett, wo auch immer das nicht verbaut wurde, und hämmert damit auf die Couch ein, Felix bearbeitet diverse Dübel und Armaturstücke, und Nadja wählt sich bei Skype unablässig ein und wieder aus.

Nicht meine (08.16)
Aber das ist doch nicht erotisch!
Vorlieben, Sprache, Dialekt und Charakter

Aber das ist doch nicht erotisch! (05.16)
Heute habe ich mein Regal ausgeräumt und den Inhalt in die ersten Kartons gepackt.
Dann platscht irgendeine Ente atmosphärisch im Wasser rum, die Koffer werden übergeben und wir gehen in unterschiedliche Richtungen davon.

Meine Familie und ich (04.16)
„Krieg ich noch einen Nachschlag?“, frage ich.
„Ihr könnt gerne ein Glas Apfelwein dazu trinken“, sagt meine mittlere Schwester.

Vorübergehend unfreundlich (04.16)
Im Schach gibt es einen schönen Begriff, der heißt en passant.
Vielleicht sollte ich in Zukunft mit Kopfhörern spazieren gehen, oder ein großes Schild basteln, auf dem „Hündin pinkelt“ steht, oder ständig ein Lasso mitführen, mit dem ich kommentierende Menschen einfange und zu einer Diskussion zwinge.

Manchmal sehe ich Stuck (04.16)
Ich laufe gerne durch Schwabing, nachts, mit dem Hund an meiner Seite.
Ich muss nicht in einer Wohnung leben, in der Manuel Neuer den Ball nicht komplett in die Hand nehmen dürfte und ich den oberen Rand eines Bücherregals mit den ganzen Astrid-Lindgren-Büchern nicht ohne Leiter erreichen könnte, aber ein bisschen größer als ein Leopard 2A5 Panzer der Bundeswehr oder die Insel eines Kreisverkehrs darf sie schon sein.

Musik und Jugend (03.16)
Wo die Abendsonne im Bodensee versinkt,
doch wenn er das Gas seines Autos durchtritt,

Ehemalige Stützen: Karl Valentin (03.16)
Die Herrschaften verzeihen,
Sie sind nicht auf mich angewiesen, aber ich auf Sie.

Was ich ihr nicht schreibe (03.16)
Nach dem Treffen:
Dir nicht zurückschrieb

Der Nichtraucher (01.16)
»Der Nichtraucher ist wieder in der Stadt.«
»Was ist nur der Anfang?«, fragte Rambo.

Dinner for Five (01.16)
Durch Georgs großes Wohnzimmerfenster, durch das man die Fahrt der S-Bahnen und Züge von der Donnersberger Brücke und der Hackerbrücke aus bis hin zum Hauptbahnhof und die dahinterliegenden Kuppeln und Kirchentürme der Innenstadt bewundern kann, rumst und leuchtet es.
Es ist kurz vor zwölf.

Dem Schindler seine Liste (12.15)
»Jugendsprache ist voll faszinierend, man muss das akzeptieren«, sagt jemand, und ich sage: »Nein! Muss man nicht!«
Aber ich würde mir wünschen, dass es ihnen irgendwann vielleicht auch wichtig ist, was sie schreiben.

Straße, nachts (12.15)
Es ist nur ein kurzer Moment, dann ist sie vorbei.
Sind weitergegangen, als hätten sie nicht gewusst, was für Szenen sich hätten abspielen können.

Ehemalige Stützen: Wilhelm Busch (11.15)
Der Jungautor Alex Burkhard stellt auf der Bühne des Fraunhofertheater in München folgende Scherzfrage:
Völlig erschöpft stößt er hervor: »Volo cassis cristam«, denn er sprach natürlich Latein.

Max & Moritz: Eine Bubengeschichte in sieben Versuchen (11.15)
Ach, was muss man oft von Gören
Ach, ein Glück ist’s jetzt vorbei

New York (10.15)
Es beginnt mit warten, auf die Flüge, die Landung, den Stempel im Reisepass, das Gepäck, die Abschlusskontrolle, das Taxi, die Ankunft;
die Schlange am Flughafen, dreifach sich windend durch die kühle Halle, versperrt sie vorerst den Weg mir nach Hause;

Alex & Emma (10.15)
Ich glaube, dass Emma Watson und ich ein ziemlich gutes Paar abgeben würden.
Und dann reichen wir uns die Hand, und ich bin davon zwar nicht verloren, aber schon sehr orientierungslos, aber vielleicht reicht das ja auch.

Ich wünsche mir Socken (10.15)
Ich wünsche mir dieses Jahr Socken zu Weihnachten.
Mit Socken kann man bei mir nichts falsch machen.

Ehemalige Stützen: 42 (09.15)
Am 8. Mai 1632 machte in München die Nachricht die Runde, dass der schwedische König Gustav Adolf auf die Stadt zumarschiere.
Heute zeugen eine Votivtafel in der Kirche zu Ramersdorf sowie zahlreiche Straßennamen von den ehemaligen Geiseln.

Mein Volker-Keidel-Weg (06.15)
Spaziergänge finde ich relativ geil.
Dann geht die Fahrt und die Reise allmählich zu Ende.

Fußball-Manager (05.15)
Es hupt und schreit und grölt um mich
Die Meisterfeier ist vorbei.

Nine Million Bicycles (05.15)
Diese Situation ist das perfekte Beispiel.
Und dann denke ich immer, dass ich zwar oft liebe oder leide, aber nicht genau richtig.

Kent Nagano hätte das nicht akzeptiert (04.15)
»Wie wäre es mit einem Massagesessel?«, fragt Pierre.
»Ich komme aus Kirchheim/Teck und ich möchte die ganzen Bountys«, sagt Pierre entschieden.

Über Bücher (04.15)
»Ich habe auf dich gewartet«, sage ich, während ich mich in Pierres Bürostuhl in Richtung der Türe drehe, in der er gerade aufgetaucht ist.
»Danke«, sage ich stolz.

Engel (03.15)
Die metallene Klinke liegt schwer in ihrer Hand.
Die Fensterscheibe an ihrer Stirn fühlt sich richtig an.

Ich hätte den Text heute auch vorgelesen, wenn du nicht im Publikum gesessen wärst (03.15)
Oft ist es so, dass ich mich sehr auf ein Ereignis freue, das mich am Ende total enttäuscht.
Vermutlich steht jeder Mensch irgendwie gerne im Mittelpunkt des Geschehens um sich herum, vielleicht bringt jeder Mensch die kleineren Ereignisse der Welt gerne auf eine Ebene, die ihn persönlich betrifft; wo läge denn sonst auch der Sinn darin, sich neunzig Minuten ein Fußballspiel anzuschauen.

Karaoke (03.15)
Q: Herr Burkhard, erzählen Sie mal: was ist das für ein Gefühl, wenn man sich den ganzen Abend lang nicht traut, eine Frau anzusprechen?
Ihnen ist ja echt nicht mehr zu helfen.

Die Regionalliga in den Neunzigern (02.15)
Während der Aftershowparty der deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften 2011 in Hamburg kam ich mit einer Frau ins Gespräch.
Wir haben uns seit der Party in Hamburg nicht mehr gesehen, und ich weiß nicht, wo sie gerade wohnt, und welcher Verein dort vielleicht sein fast vergessenes Dasein fristet.

Übers Grüßen (02.15)
Es beginnt mit der eher unspektakulären Begebenheit, dass ich mich von Hauke verabschiede.
Vielleicht ist genau das der Vorteil meiner Vergesslichkeit.

Ehemalige Stützen: Ludwig Thoma (01.15)
Es ist der 23.07.1921 – Willkommen zum Brennpunkt im Ersten.
Auf dass dieses und ähnliche Werke in Zukunft mehr als die aktuellen antisemitischen Stücke mit seinem Namen in Verbindung stehen mögen, ohne dass letzte freilich ganz der Vergessenheit anheimfallen.

Übers Drumherumkommen (01.15)
»Das schaffst du nicht«, sage ich.
Dann gibt er die Minigolfschläger und das leere Klemmbrett wieder an der Kasse ab.

Fürst Georg im Westend (01.15)
Georg hat uns zu einem Krisentreffen einberufen uns aber nicht gesagt, worum es dabei geht.
»Das haben sie bestimmt«, sagt Nadja.

Über Nussecken (11.14)
»Wartet, ich hol mir noch schnell was vom Bäcker«, rufe ich Bumillo und Fee hinterher.
Ich darf eine von ihnen als Erinnerungsstück mitnehmen und kriege außerdem die Information, dass bei Schachturnieren stets eine der alten Uhren auf dem Tisch des Spielleiters platziert wird und dort enthusiastisch vor sich hinticken darf, weil sich die Spieler ohne das gewohnte Ticken nicht konzentrieren können.

Über Nachbarschaft (11.14)
Meine Nachbarn haben mir ein Büschel Haare vor die Türe gelegt.
Natürlich werde ich meine Nachbarn auch nicht darauf ansprechen, dass mich diese Dinge tatsächlich manchmal stören; ich weiß ja nicht, welche montägliche Glassplitterüberraschung ich welcher der Gestalten zu verdanken habe.

Aber architektonisch beeindruckend (11.14)
Als ich ein kleiner Junge war, konnte es öfter passieren, dass ich sonntags gegen halb neun einen spontanen Hustenanfall samt einem auch oberhalb der Bettdecke wahrnehmbaren Schüttelfrost bekam.
Trotzdem gehe ich nun öfter mal wieder in Kirchen.

Über Spielsucht (11.14)
Als ich letzte Weihnachten in meine Heimat fuhr, war ich schockiert.
Meine kleinste Schwester räumt so lange die Milch auf und spült einige verkrustete Tassen ab.

Über Getränkemärkte (10.14)
Für die Einweihungsparty meiner neuen Wohnung brauche ich noch Getränke.
Als ich nach der Einweihungsparty die leeren Kisten zurückbringe, sagt Hugo: »Stellstas einfach da hin.«

Im Westend nichts Neues (10.14)
»Ey Leute, ich hab noch was«, sagt Volker, als er vom Rauchen am offenen Fenster zurückkommt.
»Geschichten lesen und Spaß haben, das hat zehn Jahre lang wunderbar funktioniert, da müssen wir nichts dran ändern.«

Memory (09.14)
Meine kleinste Schwester war immer verdammt gut im Memory spielen.
Meine kleinste Schwester war immer verdammt gut im Memory spielen.

Ehemalige Stützen: Henrik Ibsen (09.14)
»Danke für die Einladung«, schreibt Henrik Ibsen in den Antwortbrief, »aber ich kann nicht kommen.«
Ich explodiere, Liebchen, nicht; –

Die Zeit kriegen wir schon irgendwie Rom (2) (07.14)
»Alex, aufwachen«, sagt meine Mutter und holt mich damit aus einer Welt, an die ich bereits einige scheu blinzelnde Augenblicke später keine Erinnerung mehr habe.
Ich hoffe, Patrick und mir wird es besser ergehen als Kehlmanns Figur.

Die Zeit kriegen wir schon irgendwie Rom (1) (06.14)
Mein Gefühl beim Fliegen ist seltsam.
Ich hoffe, dem anderen Dänen, dem Professor, und seiner Künstlerin geht es besser als Andersens Figuren.

The Spectre (05.14)
The hell you’re looking at?
I don’t think you have to suffer once you passed away.

Über Lautstärken (05.14)
»Wenn du deinem Hund gegenüber souveräner wirken willst«, hat man mir gesagt, als ich noch nicht so souverän mit meinem Hund umgegangen bin, »musst du sehr leise sprechen, fast flüstern.
Das ist zwar nicht direkt draufgängerisch, aber ein Anfang.

Es ist wie es ist (04.14)
»Weißt du, was es für ein Stress war, einen Babysitter zu bekommen?«, fragt Katja.
Sie zieht ihn auf die Bank und lehnt sich an ihn.

H (03.14)
»Wie immer?«, fragt mein Friseur und bricht in schallendes Gelächter aus.
»Ich habe mich wohl etwas zu sehr reingesteigert.«

Archäologie (02.14)
Ich liebe es, wenn Menschen verletzlich sind.
Im beschützenden Inneren ruht

Nadja fehlt (02.14)
»Boah, jedes Mal brauch ich Samstag Mittag noch ’nen Text für die Lesebühne«, sage ich.
»Und wenn es doch nichts wird, spiel ich halt ’ne Runde Mahjongg mit Felix‘ iPhone.«

Von Professoren für Professoren (12.13)
»Der Imagerie differentieller Epiphanien ist Ikonoklasmus eingezeichnet, sie kennt weder sakrales Leuchten noch Lichtung noch profane Erleuchtung.«
Doch die Transgression seines bewussten Ichs in die Welt der utopischen Irrealität ist bereits vollzogen, die Rephekerne haben ihren hemmenden Einfluss auf die noradrenergen Systeme geltend gemacht, entzifferbar primär durch Atonie.

Thomas Müller (11.13)
»Ich weiß nicht, was los ist«, sage ich.
Thomas Müller, sage ich mir, als ich aus dem Haus meines Kumpels trete, Thomas Müller, der 425 Tage jünger ist als ich und wahrscheinlich 425.000-mal so viel Geld auf dem Konto hat, und der keinen Pass spielen kann, ohne dabei umzufallen.

Wissen anwenden (11.13)
»Weißt du, woran man erkennt, dass alle deine Geschichten erfunden sind?«
Ich sage »mein Abschluss«, weil ich mich sehr mit ihm verbunden fühle.

Flughafengespräche (09.13)
»Tut mir leid, dann muss ich das jetzt entsorgen.«
Als ich wieder in München lande, kommt mir aber eine Idee und ich gehe mit dem Bottich zur Sicherheitskontrolle.

Taxi fahren (08.13)
»Wohin?«
Ich steige aus, meine Beine fühlen sich schwammig an und ich muss mich erst einmal wieder ans Stehen gewöhnen.

You Never Can Tell (07.13)
Ich sitze im einzigen Seminarraum des Instituts für Nordische Philologie.
Ich schlucke.

Apfel ist Birne (07.13)
Ich sitze in der Tram zum Max-Weber-Platz, als eine Gruppe Schuljungen einsteigt und sich auf die Plätze um mich herum verteilt.
»Also, Fritzchen sagt: ›Hey, gib mir meinen Apfel zurück, du Pflaume, sonst kriegst du eine auf die Birne!‹«, sagt ein Junge.

Herkömmliche Erinnerungen (06.13)
Mit 5: Das Leben ist ein Spielplatz.
An einem großen Berg an Erinnerungen vorbei führt mein Weg über ein Gemisch aus prägenden Erfahrungen und vielfältigen Mitmenschen zur Zufriedenheit hin.

Nichts (05.13)
Der neonblau leuchtende Namenszug des Hotels gegenüber gibt mir immer das Gefühl, in einem Penthouse in New York zu wohnen.
Und das vielleicht auch gar nicht so schlimm ist.

Versumpfen (05.13)
»Ich bin Restaurator«, sage ich.
Ich weiß nicht, ob braun leuchten kann, aber ihre Augen unternehmen gerade definitiv einen Versuch.

Antworten (ver)suchen (04.13)
»Und was kann man damit später mal machen?«, fragt das Mädchen.
Ich nehme noch einen Pfefferkuchen und laufe am BWL-Stand vorbei zur U-Bahn.

Stummfilm (01.13)
Das Schöne: dieses Mädchen.
Und wissen, beim Anblick von Barkerzenlicht:

Schilderwald (01.13)
Die historischen Schildbürger waren so klug, dass sie als Königsberater in die entlegensten Ecken der Welt geschickt wurden.
Es ist dann teurer geworden, aber ich habe es versucht.

Anfangsbuchstabenphantasie (01.13)
Er steht am Fenster und kann nicht schlafen.
Ich glaube, Empathie ist was Gutes, versucht das Resümee sich selbst zu ziehen.

Zu Hause (11.12)
Vor einigen Wochen war ich mal wieder bei mir zu Hause.
Ihre verschlafenen Augen werden auf einmal sehr klar, sie stellt sich mir gegenüber, sagt »Best-of-5«, schlägt mich drei zu null und nimmt sich die dampfende Lasagne aus der piependen Mikrowelle.

Angewandte Filmtheorie (09.12)
Ich sitze vor dem Laptop und schaue Breaking Bad.
Ihre Augen scheinen feucht zu werden.

Schachnovelle (09.12)
Eigentlich sollte ich einen solchen milden Sommerabend, vielleicht den letzten in diesem Jahr, das ist man ja oft versucht zu sagen, mit meinen Freunden oder einer schönen Frau verbringen, in einem Café auf der Straße sitzend, im Englischen Garten liegend oder einfach durch die Stadt streifend und das Flair Münchens aufsaugend.
Und schließlich war ich ja auch da, so komisch kann man ja gar nicht sein, wenn man an einem lauen Mittwochabend in einem stickigen Seniorenzentrum ein Schachturnier spielt.

Von Brennholztransporten und Todesgewittern: Warum ich froh bin, einen Hund zu haben (08.12)
Ich hasse es, wenn Leute auf der Bühne stehen und einen Text über ihre Katze vorlesen, wie süß die ist, wenn sie ihr ekliges Futter frisst, das kotzt mich an.
Oder als würden sich verhornte Krallen eines Hundefußes langsam von der Schüssel entfernen, um einige Momente später die Couch zu entern, wo sie es sich unter der feuchten Schnauze des sich mit einem wohligen Seufzer niederlassenden Hundekörpers bequem machen und vorfreudig darauf warten, dass man sich früh am nächsten Morgen wieder räkelt.

Ellenbogengesellschaft (03.12)
Ich möchte mit Ihnen über Kunst sprechen, meine Damen und Herren – über die Kunst, Geld zu verdienen.
Dieser Text wurde emotional erstellt

Studirzimmerscenen (03.12)
Als ich aufwache, weiß ich nicht, wie lange ich geschlafen habe.
Vorne redet immer noch die Power-Point-Erstsemester-Referentin über die Tragödie an den deutschen Unis.

Modernes Bardentum (02.12)
Es stand in neuen Zeiten ne Bar so groß und leer
Auf alles Weit’re legen ein ew’ges Schweigetuch

Rotjäckchen. Ein anderes Schwabinger Märchen (12.11)
Wie der Jackie am Samstagabend mit seiner neuen roten Jacke im P1 eingelaufen ist, hat ihn der Hubsi gefragt, wo er denn diesen Fummel her habe und ob es den auch in nicht schwul gebe.
Und wie es dann langsam Montag geworden und der Ferrari-Schorsch auch noch vorbei gekommen ist, weil er gesagt hat, dass es ja jetzt auch schon alles egal und der Jackie ein verantwortungsloser Taugenichts sei, haben alle noch ein letztes Mal gezogen und anschließend große Augen bekommen, als die Mutter von Frau Hammler zu kochen angefangen hat und nachdem sie alles verputzt hatten, sind sie eingeschlafen und haben sich gefühlt, als hätten sie sehr viele Steine in ihrem Bauch.

Jakobsweg (12.11)
»Habt ihr eigentlich schon einen Text für Samstag?«, fragt Sacha.
Ziehe 200 Talent ein.

Der Schuhausziehmann (11.11)
Ich wollte einmal eine Kurzgeschichte aus Sicht des Schuhausziehmannes schreiben.
Den nämlich würde ich jederzeit einem plumpen Dieb vorziehen.

Beat meines Lebens oder: Warum das Lyrische Ich manchmal sehr sehr müde ist (11.11)
Das Telefon klingelt.
Und ja: In Slamtexten hört sich sehr oft alles sehr gleich an.

Little Grög Sunshine (10.11)
Ich beschließe, die letzten schönen Herbsttage nicht in der Stadt, sondern auf der Straße zu verbringen.
»Na gut«, sagt Volker, »dann bleiben wir eben hier.«

Das andere Mädchen (09.11)
»Hallo«, sage ich.
»Nein«, sage ich.

Die Bedeutung von Wasserhähnen (07.11)
Immer, wenn sie in meiner Wohnung war, ist der Wasserhahn im Bad auf warm gedreht.
Später gehe ich ins Bad.

Das kleine Schlachtkalb (05.11)
Geboren im Elend des Massentierhaltungsbetriebes wollte das kleine Schlachtkalb schon immer nur eines: Kunst machen.
»Muh, Sokrates, muh«, sagte ihr Gegenüber.

Was macht eigentlich … Sacha Storz? (05.11)
Er begeisterte ein Millionenpublikum.
Es seien diese Samstagabende, die für das besondere sorgten, diese magischen Momente, wenn man die Bühne dieses sympathischen Lokals betrete, die er nicht länger missen möge.

Die einzige Konstante in unserem Leben sind die drei Fragezeichen (01.11)
Wir bauten Schneeburgen und stellten uns vor, sie wären Takeshi’s Castle, das wir erobern mussten durch Schneeballschlachten und wilde Sprünge.
Und die Sendung mit der Maus.

Die rote Schleife (01.11)
Ich erkannte sie sofort an der roten Schleife in ihrem Haar.
»Ja«, sagte sie.

Das Schlachthaus des Lebens (12.10)
Mein Leid ist wieder mal sehr groß.
Deshalb appelliere ich an den Metzger in euch, wenn ich sage: Verschont die euch hilflos ausgelieferten Schweinehälften.

Frohe Weihnachten (11.10)
Die Sterne blinken klar, als ich aus meinem Wagen steige.
Ich höre das fröhliche Geschrei der Kinder im Hintergrund.

Der Fürst der Faulheit (11.10)
Das lyrische
Vielleicht mal nen Kaffee trinken gehn?

Wie die Lesebühne Westend ist Kiez einmal fast die Welt rettete (11.10)
Es war an einem schönen Sommertag, als die epochale Geschichte der Heldentaten der Lesebühne Westend ist Kiez ihren Anfang fand.
Es wurde ein voller Erfolg und sie verkauften fast 13 ihrer 709 noch übrigen Antologien.

Arbeitsmarkt (10.10)
Ich brauche einen Nebenjob und rufe deshalb die Seite des Student- und Arbeitsmarktes meiner Uni auf.
»Einen Moment, vielleicht haben wir dann doch etwas für Sie«, sagt die Frau und kramt einen vergilbten Ordner aus der untersten Schreibtischschublade.

Die Waffen einer Frau (10.10)
Hey du.
Stille.

Durchsage (10.10)
Liebe Fahrgäste.
Erleben Sie 130 Jahre Nahverkehr hautnah.

Man erlaube mir den Vergleich (09.10)
Als Mitglied einer Lesebühne zu einer Lesebühne zu gehen und keine Texte dabei zu haben, ist in etwa, man erlaube mir den Vergleich, als gehe man in einen Strip-Club und habe keine Ein-Dollar-Noten zur Hand.
Sie: Gehen wir jetzt ins Kino oder nicht?

Schiller rockt (06.10)
Ich schreib gern Geschichten.
Also tu einfach, worauf du Bock hast.

Nostradamus. Plädoyer für einen Wecker (06.10)
Ich will euch erzählen, wie es kam,
Also schrieb er nur noch verschlüsselt, keiner konnte seine Texte verstehn.

Robben (05.10)
Sacha, Felix, Volker und ich sitzen vor dem Fernseher und schauen Fußball.
Volker trinkt.

Hänsel und Hubsi. Ein Schwabinger Märchen (05.10)
Wie der Jackie und der Hubsi um zehn Uhr morgens mit ihren alten Herrschaften in den Englischen Garten marschiert sind, weil die gemeint haben, dass da die Mörderparty steige und die beiden ganz sicher ein paar Megahasen abkriegen würden, waren sie noch gut drauf und drehten sich einen Joint nach dem anderen, weil der Jackie meinte, dass er sonst nicht locker sei und die Hasen nicht auf verklemmte Typen stehen würden.
Da hat der Hubsi gemeint, dass der Jackie ihm mal den Schuh aufblasen könne mit seiner verweichlichten Art und dass er jetzt viel lieber noch ins P1 gehen und ein paar Hasen aufreißen würde.

Liebe Literaturwissenschaft (04.10)
Er schlief fest, als der Sturm kam.
Er wusste, dass er niemals ein normales Leben führen würde.

71 68 (03.10)
Er schrieb die Zahl in sein kleines blaues Heftchen und machte auf der letzten Seite einen dünnen Strich.
Er würde es wohl so lange machen, bis er sich sicher war, keinen neuen Wagen mehr zu finden.

Der Traum oder: Sauberkeitsdiskurs oder: Der Zweck heiligt die Mittel (03.10)
Zu meiner Verteidigung muss man sagen, dass ich nicht so reagieren wollte.
»Und was hat dich so beschäftigt?«

Laut gedacht (02.10)
Worüber wollte ich nochmal diesen Text schreiben?
Wie viele eurer Nachbarn kennt ihr?

Die Westender Fahrradmafia (02.10)
Als ich nichts ahnend die Tür zur Wohnung von meiner Freundin und mir aufsperre, ahne ich noch nicht, was mich drinnen erwartet.
»Was ist?«, frage ich.

Der Trott der Stadt (01.10)
Manchmal wünsch ich mir, ich wär nicht hier.
Oder sie kann es nicht.

Wenn Dalí einen Text geschrieben hätte (01.10)
Ich habe in einem fallenden Regentropfen Sex mit vier Frauen gleichzeitig und mit einem Pferd.
Ich habe in einem fallenden Regentropfen Sex mit vier Frauen gleichzeitig und mit einem Pferd. (Dieser Text besteht, wie mir aufgefallen ist, aus zwei Sätzen. Dementsprechend ist der erste Satz auch der vorletzte.)

Warum Doppelkekse die Weltherrschaft übernehmen sollten (12.09)
Der HSV hat gegen Gladbach und Bochum verloren.
Weil die da ja eigentlich hinkommen, weil sie Niveau haben.

Bogen ist Bogen (11.09)
Meine Freundin ist nicht da.
Ich hole mein iPhone aus der Tasche und schreibe: Bitte zurückbleiben.

Dr. Döner (10.09)
Als ich letztens, also ist schon ne Weile her, aber ihr müsst ja nicht wissen, dass ich fast fünf Monate gebraucht habe, um den Text zu schreiben, mit einem Freund durch das schöne Westend flaniert bin, war ich auf der Suche nach einer Dönerbude.
Und ich würde sagen: »Ja, mit alles.« (»Höhöhm«)

Mein Handtuch (09.09)
Wenn ich an der Ampel stehe und wo ich schau nur Rotlicht sehe, bist du ein guter Song.
Du bist überraschend.

Wüstenauto (08.09)
Wenn ich bei mir die Straße entlang gehe, komme ich immer an einem Wüstenauto vorbei.
»Mir fällt keine Ende ein«, sage ich.

Münchner Freiheit (06.09)
Ich weiß nicht, ob ich mich jemals an diese schnelllebige Stadt mit ihren rennenden Einwohnern gewöhnen werde.
Ich weiß nicht, ob ich mich jemals an diese schnelllebige Stadt mit ihren rennenden Einwohnern gewöhnen werde. (Dieser Text besteht, wie mir aufgefallen ist, nicht aus zwei Sätzen. Nichtsdestotrotz ist der erste Satz auch der vorletzte.)

Udos Text (05.09)
Es ist halb zwölf und ich sitze an der Bushaltestelle Laimer Platz.
Er hält sich auf seinen wackeligen Beinen, stakst etwas umher, um dann unter einem „Schau, jetzt geht er rückwärts“ seiner neuen Freundinnen den Weg in Richtung seines Bettes, das hoffentlich auf ihn wartet, einzuschlagen.

Fastenzeit (04.09)
Morgen ist Ostern.
Und vor dem Einschlafen spiele ich noch eine Runde Tetris.

Biografie (12.08)
Stell dir vor, du wüsstest jetzt schon, dass mal jemand eine Biografie über dich schreiben wird.
»Ja das wars eigentlich …«

Zwischenspiel im Zug (11.08)
Ich sitze seit über drei Stunden im Zug nach Stuttgart.
»Schon okay«, sage ich.

Opferlammtext (10.08)
Es ward ein Opferlamm geboren,
Auch Wahrsagerinnen – für das Lämmchen war’s schlecht –

Kiel (10.08)
Er verließ seine Wohnung.
Ein letztes Mal öffnete er die Augen, sah die einsetzende Dämmerung, sah das Foto in der Ferne verschwinden, schloss sie wieder.

Southsidemädchen (09.08)
Ok, du schaust die dir jetzt schon seit ner knappen Stunde an.
Ich kann nicht.

An Daniel (07.08)
Als ich eines schönen Morgens in meiner Küche stand, klingelte es plötzlich.
Ich hätte einen kleinen Tipp für ihn – fürs nächste Mal.

Klassentreffen (06.08)
Am Anfang brauche ich eure Hilfe.
Ich frage mich, wie viele Leute Kolumbus noch belästigt und ob Freud in seinem Kleid jemanden aufgerissen hat.

Der Regentropfen (06.08)
Es war einmal ein kleiner Regentropfen und der hatte Angst. (»Ähm. Ja.«)
Die Erde war nun bedrohlich nahe und in wenigen Sekunden würde er aufschlagen, zerschellen auf dem Boden, aber wo?

One of the Brightest Stars (05.08)
Es ist halb vier.
Ein Teil des hellsten Sterns am Himmel.

Wie gehts? (05.08)
Ich erlaube mir mal, ehrlich auf diese Frage zu antworten.
Wie geht’s?

Kind (05.08)
Jetzt kommt ein trauriger Text.
»Du hattest einen Alptraum und bist noch nicht ganz wach«, sagt sie.

Scheißtag (05.08)
Heute hatte ich einen richtigen Scheißtag. (»Hört, hört«)
Und als ich mich wieder beruhigt hatte, war Scheißtag wirklich weg.

Ceúta (04.08)
Noch 20 Kilometer.
Dann schließe ich die Augen.

Abireise (02.08)
In drei Monaten schreibe ich Abitur.
»Einverstanden«, antwortet mein Gegenüber gemächlich.

Baum (02.08)
Ich bin ein Mann.
Ein Baum, der die Jahrtausende überdauert und immer von meiner Existenz zeugen wird. (»Auf manches bin ich stolzer«)

Weiße Welt (01.08)
Ich träume gerne.
»Nein«, sage ich matt.

Wir (12.07)
Ich habe mich aufgerafft.
Auf dass sie sofort zerstört werde.

Alex Burkhard interpretiert Alex Burkhard (10.07)
Herzlich Willkommen zum heutigen Vortrag »Alex Burkhard interpretiert Alex Burkhard«.
Was ist sein Ziel?

Hm. Ist doch etwas mehr geworden…

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