Du musst bis 10 zählen!

Man kann sich auf viele Arten verstecken
Ne einfache Weise beinhaltet Ecken
Auch Hecken und Heu sowie sehr hohes Gras
Sorgen beim Spielen und Suchen für Spaß

Manche verstecken sich unter dem Bett
Hinter der Tür ist es auch meist sehr nett
Hinter nem Vorhang und in einem Bob
Hinter der Couch oder in einem Job

Hinter nem Leintuch wie einst Monty Python
Hinter Geschwistern in früheren Zeiten
Hinter ner Zeitung und hinter ner Lüge
In einem Anzug, den ich niemals trüge

Hinter nem Make-Up, das sich um nichts schert
In der Karibik und in einem Pferd
In ner Beziehung und in einer Menge
In einem Keller, in engem Gedränge

Im Fußraum des Autos
Im Uhr’nkasten lautlos
In Schränken und Ritzen
Geschenken und Witzen

Doch das beste aller Verstecke
Ist immer noch die eigene Decke

Johnny Depp

Lyrics eines unveröffentlichten Songs von The Baby and the Dog


Unvarnished, cracked streets, stained
Pipelines exposed to the
Heat of the late July
Sun showing off in my
Back, in my mind there’s a
Cartload of ways I can
Deal with my fears an my
Not knowing how this will
End

Insecure kids try’n to
Just make some sense out of
Hours of neglect. I stack
Boxes of white wine and
Boxes of red wine and
Then I go home to make
Music and try not to
Wonder how all this will
End

Smells of cut grass in my
Nose and the clouds look like
Maps from a time when there
Still were some treasures to
Find. You lie next to me
Two pirates happy with
What they have found and I
Feel that things don’t have to
End

Nur geduldet

Zum Glück sehn die Dinos nicht, was wir hier treiben
Denn wo sie Konflikt mit Planeten stets mieden
Zerstören wir alles und dürfen doch bleiben
Und sie bekamen nen Asteroiden

Darauf schloss der Mensch, dass sich Einklang nicht lohnt
Und erfand das Prinzip der Kontrolle
Die Demut, die der Natur innewohnt
Er fragt sich, was er damit solle

Wir haben’s im Griff, uns geht es hier prima!
Unser einstiges Aussterben: selber verschuldet
Bis dahin geht’s uns wie Studien zum Klima
Wir sind nicht erwünscht – nur geduldet

Fernbeziehung

Der erste Kuss nach der Bahnfahrt
Ist ein Ausflug ins Naturschutzgebiet
Du hast uns Proviant gebacken
Für die Morgenstunden des Wiedersehens
Die ersten Berührungen vorsichtig
Wir prüfen Avocados im Biomarkt

Meine Ankunft die Neuauslegung
eines jahrhundertealten Textes
Abgenickt vom Lehrstuhlinhaber
Für dein akademisches Lächeln

Bald sind wir Kinder beim Puzzeln
Nachdem sie das letzte Randstück
Gefunden haben

Schulweg

Sonne am Morgen, ich lauf nach Norden
Mit Raphaela ist es nichts geworden
Acht Uhr ist Schule, ich bleib vielleicht sitzen
Schon der Gedanke bringt mich ins Schwitzen

Ich schau meine Kleidung dort im Fenster an
Ein Pubertätskampf, den ich gewann
Ich trage Nieten, und hautenge Pants
Und rotgelbe Vans
Rotgelbe Vans

Seh ich die Freunde, kommt mir das Kotzen
Hilfiger, Gucci und trotzdem am Motzen
Mama sagt, ich soll mich einheitlich kleiden
Ich kann den ganzen Laufsteg nicht leiden

Ich ziehe das, was ich grad schön find, an
Zahlreiche Muster, weil ich es kann
Schau, wie ich hier über die Straße dance
In rotgelben Vans
Rotgelben Vans

Noch ein paar Meter, dann bin ich gefangen
Bin diesen Weg viel zu oft schon gegangen
Ich sehe die Aufsicht, die Raufer, die Raucher
Sechshundert Meter, dann wär ich am Flaucher

Ich sehe mir die Konformisten an
Wenn ich nicht jetzt geh, frag ich mich wann
Zeit, dass ich endlich mal die Schule schwänz
In rotgelben Vans
Rotgelben Vans


(Rhythmus angelehnt an die Melodie von „Electric Guitar“ von Tocotronic)

Gleichgewichtssinn

Manchmal fehlt mir das Gleichgewicht
Nicht jedes Mal liegt’s an den Ohren
Manchmal denk ich, ich reiche nicht
Und gebe mir traurig die Sporen

Manchmal liege ich einfach nur rum
Und lasse die Welt mich beschwindeln
Nehme die schönen Momente mir krumm
Und folge sich sorgenden Spindeln

Manchmal denk ich „Das reicht mir nicht!
Ich weiß, dass die Welt mich bereichert“
Dann spür ich: Mein Körper hat kein Gewicht
Ich lasse ihn springen
Und leuchten und singen
Und glaube dran, dass er das speichert

Gärtnerfreuden

das schönste am pflanzen ist graben
in beet oder topf
und leere im kopf
und die hände am ende
voll erde zu haben

das schönste am graben ist wühlen
kräftig und tief
und sehr intensiv
die nährende wärme
des lebens zu fühlen

das schönste am wühlen ist finden
wurzel und stein
kurz nur zu sein
das glück ein stück ton
oder reste von rinden

das schönste am finden ist haben
blumen und zeit
ruhe, bereit
sich am startenden garten zu laben
das schönste am pflanzen ist graben

Sportunterricht

Ich duck mich und hechte und springe
Das Feld ist so klein
Und ich bin allein
An der Decke baumeln die Ringe.

Ich sehe in Dennis‘ Gesicht:
Entschlossenheit pur
Und schau auf die Uhr
Die Stunde ist aus, oder nicht?

„Letzter Wurf“, sagt Herr Wegner
Ich kauer im Eck
Will möglichst weit weg
Und spüre die Hände der Gegner

Ich seh den Ball schaumstoffblau kommen
Irgendwer hält mein‘ Arm
Meine Backe wird warm
Ich taumle und falle benommen

Da johlt applaudierend die Klasse
Und wie ich da lieg
Denk ich nur an Krieg
Mein Gott, wie ich Völkerball hasse.

Der Boden riecht etwas nach Harz
Vom Handballverein
Das fällt mir noch ein
Aber ganz kurz darauf wird es schwarz

Kuchenfalle

Das alles entschei’nde Prinzip einer Falle
Ist ja, dass ich ihren Aufbau nicht schnalle
So müssten wir weniger Tierleichen sehen
Würd‘ ne Maus das Prinzip einer Feder verstehen
(Der genaue Hergang entzieht sich auch mir
Zum Glück bin ich kein Käse liebendes Tier
(Doch finde, die Physiker sollten sich schämen
Als Lockinstrument Leckereien zu nehmen
(Käm‘ ich an ein Holzbrett und säh‘ drauf ’nen Kuchen
Ich würde vermutlich das Selbe versuchen)))

Doch Fallen sind feige, durchdenkt man’s gescheit
Zeigen Fallen ja immer auch Machtlosigkeit
„Im Normalfall würd‘ ich dich niemals bekommen
Drum hab ich ’nen Trick mir zu Hilfe genommen“
(Ich stell dich ins Abseits, ich bau dir ein Pferd
Ich opfer die Dame, ich schwindel beim Wert
(Eine Falle kann viele Facetten erhalten
Und nicht nur dem Tier fällt es schwer, schnell zu schalten
(Seh ich einen Kuchen, dann glüh’n meine Wangen
Die Falle schnappt zu, und du hast mich gefangen)))